Sonntag, September 17, 2006

Schnuffelchen

Tja, ich sitze auf der Arbeit und habe nichts zu tun, was tatsächlich so etwas wie einen hohen "kreativen Output" bedingt, wenn man das Geschreibsel was ich hier an die Toilettenwand des Internets schmiere denn so bezeichnen mag. Andererseits sollten m. E. so ein paar grundsätzliche Sachen erklärt werden, um diesen Blog, nun ja, verständlich zu machen und eben auch "einordnbar" (und ja, ich schätze das Wort habe ich soeben erfunden).

Also, meine Arbeit beim $örtlichen_Konzertveranstalter besteht momentan darin, anwesend zu sein, da im Saal gerade eine Club-Veranstaltung mit DJ stattfindet. So ziemlich die ganze Belegschaft ist sowieso im Haus, allerdings um zu feiern, von daher ist meine Anwesenheit heute noch überflüssiger als sonst und das gibt mir die Gelegenheit, ein bißchen zu schreiben. Ich habe früher, speziell zu Zivizeiten, übrigens 'ne Menge Briefe geschrieben, so auf Papier und mit 'nem Stift und so.
Es gab damals sogar Leute die behaupten, daß sie meine Art zu schreiben mögen, aber das
soll jeder für sich entscheiden. Das Briefschreiben ist aber irgendwann irgendwie eingeschlafen und so ist das bloggen eben mein Ersatz dafür. Briefe schreiben könnte ich allerdings so oder so keine mehr, selbst wenn ich wollte, denn Schnuffelchen hat ein Problem mit jedem, und damit meine ich JEDEM Kontakt von mir mit weiblichen Wesen die "ihr gefährlich werden könnten". Logische Ausnahmen sind demnach Lesben und Frauen, die einen Freund haben, ihr Raster das ihrer Meinung nach gutaussehende Frauen aussiebt ist allerdings ein wesentlich weit gefaßteres als meines.

Aber von Anfang an und um das gleich mal klarzustellen: ich liebe mein Schnuffelchen, auch wenn das manchmal nicht so einfach ist, und das sage ich nicht nur weil sie als ich ihr von der Idee eines Blogs erzählt habe meinte "ok, das darfst Du tun, aber nur, wenn Du auch das Positive schreibst". Mit anderen Leuten über sie zu reden darf ich nämlich eigentlich nicht (und mit Frauen schon gar nicht), weil ich (in ihrer Wahrnehmung) "immer nur das Negative" erzähle (was auch nicht wirklich ein Wunder sein dürfte, das ist nunmal doch meistens das Interessantere).

Damit sind wir aber schon wieder mittendrin und ich wollte doch zum Anfang - mein Schnuffelchen ist etwa zwei Jahre älter als ich und ist vermutlich unter anderem deshalb so wie sie ist weil sie eine Halbwaise ist, da ihr Vater gestorben ist als sie etwa acht Jahre alt war. Das hat dann dazu geführt, daß sie quasi das Leben einer Prinzessin geführt hat (vorher vermutlich auch schon, aber dann erst recht): Erstgeborene, (ein jüngerer Bruder) Augapfel ihrer Mutter, verwöhnt bis zum Gehtnichtmehr und dementsprechend, nunja, verzogen. Sie ist halt so, wie frau wird, wenn frau praktisch immer alles bekommt was frau will und wenn etwas nicht so klappt wie sie das will dann ist auch ganz schnell Streß angesagt, egal aus welchen Gründen sie ihren Willen nicht bekommt. Damit eng verknüpft ist auch ein hoher Grad an Materialismus bzw. Geld spielt eine sehr wichtige Rolle für ihr Leben und ihr Sein - per se nichts schlechtes, nur ungünstig wenn sich das so auswirkt daß Geld, sobald es da ist, ausgegeben wird, weil's ja (zwangsläufig) bald nicht mehr da sein wird, aber auch das ist eine andere Geschichte.

Neben der Existenz als meine persönliche Diva hat der Tod ihres Vaters aber auch ein riesiges und bisher größtenteils unaufgearbeitetes Trauma hervorgebracht, nämlich starke Verlustängste und ein defektes Selbstvertrauen, das sich zwar im Alltagsleben kaum auswirkt (jedenfalls nicht auf den ersten Blick), aber natürlich auch wesentlicher Bestandteil ihres Seins ist.

Ach ja, ich hätte vielleicht vorwarnen sollen daß dieser Text ein einziger Ausbund aus Küchenpsychologie wird, aber ich versuche hier halt grade, der allgemeine Ausgangssituation einen Rahmen zu geben, um eine vernünftige Basis zu schaffen.

So, wo war ich? Ach ja: durch einen großen Verlust in früher Kindheit seelisch verletzt und gleichzeitig prinzessinnenhaft verhätschelt waren die Beziehungen "vor mir" (die ich ja teilweise durchaus beobachten konnte) nicht wirklich von Erfolg gekrönt - sie braucht jemanden, der ihr stetig zu Füßen liegt und an dem sie sich trotzdem reiben kann, denn ein Mann der sie "nur" anbetet und alles für sie tut ist eben auch langweilig.

Diese Beziehungen im Einzelnen zu zerpflücken ist denke ich mal hier dann doch nicht ganz sinnvoll, wäre aber sicher eine Idee für eine Rubrik, genauso wie meine ehemaligen Beziehungen die auch nicht gerade ruhmreich geendet haben.

So oder so und egal, aus welchen Gründen, mein Schnuffelchen will stetig im Mittelpunkt stehen und das nicht nur bei mir, sondern überhaupt, und ist krankhaft eifersüchtig auf alles und jeden, was vermeintlich mehr Aufmerksamkeit von mir bekommen könnte als sie - das beinhaltet dann auch schonmal gerne sachliches wie browserbasierte Onlinegames (auch so eine Geschichte für sich), andere Frauen selbst wenn ich mich nur mal mit ihnen unterhalte und auch andere Männer und Arbeit jedweder Form.

Das wäre grundsätzlich ja auch noch nichtmal schlimm, wenn sich dieses Gefühl der mangelnden Aufmerksamkeit nicht in emotionalen Krisen entladen würden gegen die Gewitterstürme laue Lüftchen sind - dies bevorzugt während der PMS-Phase, womit wir wieder beim Namen dieses Blogs sind. Heulkrämpfe sind hier noch das Geringste, allerdings meistens nicht direkt auf etwas oder jemanden bezogen, sondern bevorzugt an Kleinigkeiten aufgehängt, die eigentlich total unwichtig sind (wie sie selbst schon des öfteren zugegeben hat).

Bevorzugte Feindobjekte sind natürlich andere Frauen, wobei das Ausmaß dessen was passieren könnte und das was in ihrem Kopf passiert sich diametral gegenüberstehen. So ist z. B. die Erwähnung der Sexbeziehung, die quasi zu unserer Beziehung geführt hat nach wie vor ein absolutes "don't", ebenso wie der Name einer ehemaligen guten Bekannten/Freundin von mir, mit der ich nach Schnuffelchens Meinung zuviel geredet bzw. kommuniziert habe (auch per icq und per sms), ohne auch nur jemals irgendwelche Hintergedanken gehabt zu haben. Problem war aber wohl, daß ich halt (in Schnuffelchens Wahrnehmung) mehr (und über andere Themen) mit dieser Frau geredet habe als mit ihr, meiner Freundin, und das geht halt nicht, obwohl es meistens nur um albernen Quatsch ging.

Die Konsequenz ist auf jeden Fall, daß ich soweit es möglich ist und war jedweden Kontakt zu weiblichen Wesen eingestellt habe, weil es keine andere Möglichkeit gibt. Das mag zwar banal klingen, ist aber doch für jemanden vergleichsweise schwierig der sowieso besser mit Frauen "klarkommt" als mit Männern (remember: Schnuffelchen war jahrelang nichts weiter als meine "beste Freundin") und hat u. a. dazu geführt, daß ich die Bekanntschaft mit meiner "zweitbesten Freundin" (die auch eine gute Freundin vom Schnuffelchen ist) vor einer Weile kündigen mußte.
Aber auch das ist eine Story für sich und soll ein anderes Mal erzählt werden, auch dieser Post ist schon wieder übelst lang, wird wahrscheinlich sowieso von niemandem gelesen und diese dauernden Verweise auf "später" machen's wahrscheinlich auch nicht besser.

Nun ja, mal sehen wie sich dieser Blog entwickelt, ich gebe zumindest die Hoffnung nicht auf daß es möglich ist dem Ganzen IRGENDWIE tatsächlich so etwas wie eine Struktur zu geben...