Montag, September 18, 2006

Mein Schnuffelchen vs. the Internet

Also, direkt hinterher erstellt (ich glaube ich sollte wirklich noch ein bißchen übers bloggen lernen):
die Beziehung zwischen dem Internet und meinem Schnuffelchen könnte man wohl eher als Haßliebe bezeichnen, denn ihrer Meinung nach lauern hinter jeder Fiberglaskabelbiegung notgeile Schlampen die nur darauf warten, ihren Freund das PMS-Opfer auf der Stelle flachzulegen, ob der nun will oder nicht.

Ihre erste Begegnung mit dem Netz fand noch vor meiner statt, als sie und meine zweitbeste Freundin sich während eines Urlaubs in Amsterdam eMail-Adressen machen (auch mir wurde übrigens Mitte der 90er bereits eine Adresse von einem Kumpel eingerichtet: XXXXXXX@thepentagon.com . Ich frage mich bis heute,
ob es nun gut ist daß ich nie drauf zugreifen konnte weil der werte Herr mir nie die Zugangsdaten gegeben hat oder nicht, aber man soll ja bekanntlich eh nicht über vergossene Milch weinen.

Dann gab's allerdings eine größere Verzögerung, bis mein Schnuffelchen das Chatten entdeckte und dank ihrer persönlichen Begabung alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen auch bald in $regionalem_süddeutschem_chat zum Star avancierte. Problem war nur, daß sie dadurch eben auch lernte, wie es beim chatten so zugehen kann und das führte zu oben erwähntem Syndrom.

Nicht, daß sie das nicht auch genutzt hätte: bevor wir zusammenkamen hat auch sie einige Männer im Netz kennengelernt und auch getroffen, nur nahm sie mir übel, daß ich ihr in die Chats folgte um zu gucken was sie da so treibt, obwohl wir zu dem Zeitpunkt noch nicht zusammen waren.

Heftigste Story war dann, daß ich, unbedarft wie ich war, ohne sie auf einem Chattertreffen des $regionalen_süddeutschen_chats war und einer erwiesenermaßen häßlichen Chatterin einen Glühwein mitbrachte. Diese nahm das falsch auf und fiel sofort mit mir in Liebe, um mal einen eingedeutschen Anglizismus einzuwerfen, was aber noch nicht einmal das Schlimmste war. Viel schlimmer: ein uns beiden Bekannter anderer Chatter nahm mich im Auto mit und wußte daher genau wie ich die Party verlassen hatte, was ihn aber nicht davon abhielt, Schnuffelchen zu erzählen, ich wäre mit besagter häßlichen Chatterin abgezogen - eine glatte Lüge, motiviert durch Interesse am Schnuffelchen und ein harter Prüfstein unser aufknospenden Beziehung.

Darüber hinaus auch äußerst schräg veränderte sich auch vor nicht allzulanger Zeit und bereits während der Beziehung die Betrachtungsweise des Schnuffelchens gegenüber so manch anderem "Ding" im Internet, speziell einem browserbasierten onlinegame in dem
es darum geht Gangster zu spielen. Ich hatte eine Phase in der ich dieses Spiel recht stark frequentierte, diese war allerdings schon wieder am abklingen und ich hatte es eigentlich schon aufgegeben, ihre Eifersucht auf ein Spiel zu kritisieren. Bis ich ihr das Spiel gezeigt habe. Innerhalb kürzester Zeit machte sie ungefähr dreimal soviele Punkte als ich und ist auch heute noch stark engagiert, während ich kaum noch spiele, weil mein Interesse inzwischen beinahe vollständig eingeschlafen ist.

Die Bedrohung durch andere Frauen im Internet ist aber weiterhin durchaus mehr oder weniger real - so war Schnuffelchen schon mehrfach eifersüchtig weil ich einer offensichtlich weiblichen Posterin in einem Forum half und auch noch nett und höflich war, ähnlich wie im besagten online-Game. eMails schreibe ich sowieso so gut wie gar nicht mehr, aber was für eine Krise es wäre wenn ich irgendjemandem eMailen würde und Schnuffelchen findet's raus? Apokalyptisch. Noch viel gefährlicher sind allerdings Chats aller Art, was Schnuffelchen schonmal dazu bringt, google stundenlang nach alten Nicknames von mir zu durchforsten, um auch nur irgendwelche Spuren von unzüchtigem Verhalten festzustellen